Landschaftspflege

Ohne die Nutzung des Menschen wäre Baden-Württemberg mit Ausnahme weniger Sonderstandorte ein Waldland. Diese Wälder würden zu ca. 69 % den Buchenwäldern zuzurechnen sein und zu ca. 21 % den Tannen-Buchenwäldern. Alle anderen Waldtypen hätten Flächenanteile von jeweils deutlich weniger als 10 %. Der Flächenanteil waldfreier Vegetationstypen nasser Standorte läge bei weniger als 1 % der Gesamtfläche.

 

Das Mosaik unterschiedlichster Landschaftselemente ist also letzten Endes durch die menschliche Nutzung entstanden - eben genau so, wie es den Menschen im vor-industriellen Zeitalter weitgehend ohne Maschinen möglich war.

 

Die unseren Zollernalbkreis prägenden Magerrasen, Wacholderheiden und Schafweiden, die eine immense Anzahl an Pflanzen und Tieren beherbergt, würde wieder zu Wald werden, wenn die Nutzung völlig aufgegeben würde. Viele am Naturschutz interessierte Menschen versuchen deshalb, gerade die wertvollsten Lebensräume zu erhalten, indem sie die Sukzession durch Pflegemaßnahmen aufhalten und den aufkommenden Bewuchs zurück drängen - weil Schafherden leider nicht mehr im ausreichenden Maße wirtschaftlich erhalten werden können.


Beispiel: Schafwasen Hechingen

Der ca. 6 ha große Schafwasen, zwischen Rapphof und dem Hechinger Golfplatz gelegen, hatte in der Vergangenheit durch Schafbeweidung und seine überwiegend nach Süden ausgerichtete Hanglage beste Voraussetzungen, sich zu einer wertvollen Wacholderheide zu entwickeln.

 

Hier können wärme- und lichtliebende Pflanzen, wie Orchideen und Enziane, und entsprechend spezialisierte Insekten und Vögel einen besonderen Lebensraum finden.

 

Diesen zu erhalten und ihn vor einer qualitäts-mindernden Verbuschung zu bewahren, ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen der Hechinger NABU-Gruppe.


Beispiel: Ehemaliger Steinbruch Bad Imnau

Der alte Imnauer Steinbruch beherbergt noch Bestände des seltenen Medizinischen Haarstrangs (Peucedanum offizinale) und die ehemals offenen Bruchflächen sind Lebensraum für viele an derartige Extremstandorte angepasste Pflanzen und Tiere. Allerdings haben dort Sträucher und Jungbäume wieder so stark ausgetrieben, dass die beschatteten Bereich wieder zunehmen.

 

Um den Spezialisten unter den Lebewesen wieder bessere Chance zu geben, haben die Aktiven des NABU Haigerloch gemeinsam mit interssierten Imnauern und den beiden Forst-Revierleitern unter schweirigsten Bedingungen Sträucher zurück geschnitten und Jungbume gefällt. Von Seiten des Forstes wird das Schnittgut herausgeholt und in den kommenden Jahren weiteres Holz entfernt, um einerseits die Nährstoffe aus der Fläche zu kriegen, andererseits den Wald wieder lichter zu machen.