NABU für Demokratie

Nachdem rechtsextreme und sogar offen faschistische Positionen in unserer Gesellschaft zwischenzeitlich immer häufiger nicht mehr versteckt werden, sondern sogar wieder "salonfähig" zu werden scheinen und einer freiheitlichen Demokratie Unwürdiges und Unsagbares zunehmend laut gesagt wird, muss sich ein Verband wie der NABU klar positionieren und seine Meinung äußern. Im Gegensatz dazu verstehen wir Hasspredigten und Hetze jedoch nicht in gleicher Weise als Meinungsäußerungen.


NABU gegen AfD und Rechtsruck

Der NABU ist zwar überparteilich und überkonfessionell, steht jedoch für unsere Demokratie ein und verteidigt die Menschenwürde. Damit steht er in einer Reihe mit vielen anderen demokratisch gesinnten Verbänden und auch Parteien, mit denen wir in einzelnen Sachfragen durchaus unter­schiedlicher Meinung sind und mitunter sogar Auseinandersetzungen aufkommen können.

 

Während des Nazi-Regimes hat der ehemalige Bund für Vogelschutz mit seinem allzu willfährigen Anschluss an den damaligen Rassismus selbst Schuld auf sich geladen*. Die Lehre aus der Vergangenheit des Verbandes kann deshalb nur sein, dass wir antidemokratischen Tendenzen in unserer Gesellschaft klar entgegentreten.

 

In der Satzung kommt das im § 2 (3) auch klar zum Ausdruck (Bild mit Klick vergrößern):
"Er steht in seiner Tätigkeit als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten. Er bietet den Mitgliedern unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung und sexueller Identität eine Heimat."

 


Der NABU Zollernalb hat deshalb die Demos in Balingen und Hechingen sowie alle weiteren Veranstaltungen in unserem Landkreis unterstützt, die sich in ähnlicher Weise für den Erhalt unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung und gegen Ausgrenzung, Rassismus und Extremismus wenden.

 

* Natürlich ist diese Formulierung eine drastische Verkürzung unserer Verbandsgeschichte und betont die heutige Sichtweise. Das Kapitel wurde hier ausführlicher aufgearbeitet: https://www.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/geschichte/00345.html

 

Und noch ein Kommentar:

 

Die ersten drei Artikel des Grundgesetzes befassen sich mit Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Das sind Werte, auf die sich alle politischen Lager 1949 geeinigt haben und auf die Forderungen wie Gleichberechtigung, das freie Ausleben der eigenen Sexualität oder auch das Recht auf Asyl aufbauen.

 

Zunehmend werden jedoch in der Öffentlichkeit Leute, die sich genau für diese Werte einsetzen, als politisch "links" bezeichnet. Wer das tut, scheint jedoch den gemeinsamen Wertekonsens verlassen zu haben. Noch fataler ist es, wenn eine solche Haltung gar als "störend" und "antidemokratisch" bezeichnet wird. 

 

Was bitte ist "links" daran, wenn man für den Klimaschutz demonstriert oder wenn man eine Partei kritisiert, die systematisch das Vertrauen in unsere Demokratie untergräbt und dafür nicht vor Lügen, Diffamierungen und rechtsextremem Gedankengut zurückschreckt? 

 

Wenn sich alle Parteien des demokratischen Spektrums sich darin einig wären, dass der Schutz von Minderheiten, der Kampf für Gleichberechtigung, der Einsatz für die Lebensgrundlagen unserer Erde und das Recht auf Asyl Teile eines gemeinsamen Wertekonsenses sind, dann wäre vielleicht Zeit dafür, sich um die wirklichen Probleme zu kümmern.

 

(Quellenangabe: Die o.a. Gedanken wurden einem Kommentar von Anton Bandomer im Schwäbischen Tagblatt vom 13. Dezember 2025 entnommen)


 

 

Positionspapier

 

Wer sich gerne ausführlicher mit der NABU-Position zum Umgang mit der AfD auseinandersetzen möchte, findet hier ein ausführliches Papier dazu.